Das Manifest 2010
der
Philosophie lebender Systeme

 Die Unterwerfung des Individuums unter die Gruppennorm

 Reiki-Hände und andere Kurzgeschichten von Rudi Zimmerman

Der Übermensch
Der Übermensch existiert in zweierlei Hinsicht.
Hier der Aufsatz

Kurzgeschichten

A
In der Berliner U-Bahn

U-Bahn-Esser

Die nette Motzverkäferin

Damenwahl

Die spitzen Schuhe

B
Im menschlichen Körper

Die tierischen Energiespeicher

Die Post des Körpers

C
Biograhisches

Der Auftritt

Der Maikäfer

D
Zur Zivilisation

Die Bedeutung des Nuckels

 

Der Untertanengeist

Ausschnitt aus Kapitel 2.9. des Buches "Zivilisation als Fortsetzung der Evolution". Verlag Philosophie des dritten Jahrtausends. Berlin. 2008. ISBN 9783000247019

Zusammenfassung:
Der Mensch ist als Herdentier geboren und unterwirft sich den Geboten und Verboten der Gemeinschaft (Freuds Über-Ich). Die Unterwerfung des Individuums unter die Gemeinschaftsinteressen beginnt mit der Sprache, mit dem verbalen Denken. Als Belohnung für diese Anpassung wird das Individuum von seinen Mitmenschen mit narzisstischen Glücksgefühlen gespeist. Das geschieht auch in Religionsgemeinschaften, deren Führer beispielsweise von den Eltern die körperliche Misshandlung ihres Kindes verlangen (Beschneidung des Penis oder der Klitoris). Das schlechte Gewissen der Eltern vertieft die Unterwerfung unter die Gruppennorm.

Das Individuum als Teil der Gemeinschaft

Der Untertanengeist sagt dem Individuum: „Ich bin nur ein kleines Rädchen im Getriebe der Welt, an dem ich nichts ändern kann. Ich befolge lediglich Befehle. Für meine Taten trage ich daher keine Verantwortung.…

Die gängige Erklärung ist die, dass der Mensch als Gruppenwesen, als soziales Wesen, entstanden ist und die Einordnung in eine Hierarchie seiner Natur entspringt. Bereits Horden von Primaten haben ein sogenanntes alpha-Tier und eine Hierarchie, ja bereits im Hühnerstall herrscht eine Hackordnung.

Wie ich anfangs in diesem Buch auch erwähnt habe, stellt bereits der Übergang von der Wahrnehmung der empirischen Realität zu sprachlichen Begriffen eine Unterordnung unter eine Gruppennorm dar. Nur im Wahrnehmen bin ich ICH, bereits im begrifflichen Denken bin ich ein Wir und denke als Wir, selbst wenn ich das Ich als Begriff verwende. … Die Hierarchie bietet sich sogar als Möglichkeit zur Verdrängung bestimmter Bewusstseinsinhalte an, so dass ein Interesse des Individuums, eine zusätzliche Motivation, angenommen werden kann, eine Hierarchie zu schaffen und sich in ihr einzuordnen.

Der narzisstische Gewinn durch Unterordnung

Als primären körperinternen Grund für die Einordnung des Individuums in eine Gesellschaft sieht die Philosophie lebender Systeme den narzisstischen Befriedigungshaushalt an. Der Mensch sucht Bestätigung seiner Mitmenschen, weil er ein genetisch programmiertes Belohnungssystem hat, das ihm bei Lob und Bestätigung durch seine Mitmenschen Befriedigung durch Ausschüttung von Glückshormonen verschafft. … Die Sucht nach Bestätigung ist angeboren durch das hormonvermittelte Glücksgefühl. Das Anpassungsverhalten des Individuums innerhalb einer Gemeinschaft wird gesteuert durch die Ausschüttung von Glückshormonen, so wie unser Vermehrungsverhalten durch die Ausschüttung von Sexualhormonen gesteuert wird. Letzteres macht uns zum Sklaven des genetisch determinierten Fortpflanzungstriebes, ersteres zum Sklaven der gesellschaftlichen Vorgaben für Anerkennung. Diese Sklavennatur des Menschen bedeutet, dass das Individuum als Effektor geboren wird und als Effektor stirbt, wenn es sich nicht irgendwann aus dieser Rolle emanzipiert. Der lebende Körper des Individuums ist einerseits der Effektor der Gene, deren Natur darin besteht, Kopien von sich anzulegen, sich zu vermehren. Er ist selbstkopierender Datenträger, wie ich einmal formuliert habe. Andererseits ist er Effektor der Systeme höherer Ordnung, dessen Element er ist. …

Das Schuldgefühl

Das schlechte Gewissen ist nach Ansicht der Philosophie lebender Systeme eine natürliche Reaktion, die auftritt, wenn das Verhalten eines Individuums von angeborenen Verhaltensimpulsen abweicht. Ein wesentlicher natürlicher Impuls ist die Tötungshemmung in Bezug auf Lebewesen der gleichen Art, andere Impulse betreffen die Partnersuche (Imponierverhalten) und die Sorge um den Nachwuchs (Brutpflegeverhalten). Eltern haben den natürlichen Impuls, ihre Kinder zu schützen, sie vor Schaden zu bewahren. Handeln sie dem zuwider, tritt ein schlechtes Gewissen auf. Der Übergang von erstem rituellen Verhalten, das den Sinn hat, das Individuum vom schlechten Gewissen (beim Brudermord) zu reinigen, zur Bildung von Religion, hängt allerdings womöglich mit einer Umkehr dieses Vorgangs zusammen. Das Ritual der Beschneidung von Knaben ist objektiv ein aggressiver Vorgang, der dem betroffenem Kind Schmerzen bereitet und es körperlich schädigt. Es stellt zunächst eine Körperverletzung dar. Kein Vater und keine Mutter würde auf die Idee kommen, sein Kind auf diese Weise zu verletzen und ihm Schmerzen zuzufügen. Ein derartiges aggressives Verhalten dem eigenen Kind gegenüber widerspricht der natürlichen Verhaltensweise von Eltern. Religiöse Führer, die derartiges Verlangen, bewirken damit eine systematische Traumatisierung der Opfer, die damit zu Mitgliedern der Glaubensgemeinschaft werden. Einerseits muss das Erleben von Angst und Schmerz des Kindes zu Wut- und Hassgefühlen den Tätern und den eigenen Eltern gegenüber führen, die ihn nicht geschützt haben, und andererseits führt Schmerzerleben zur Bildung einer Hypothese, die im Kern besagt, dass ich etwas falsch gemacht habe. Der Organismus vermeidet Schmerz, weil er eine Gefahr für das Überleben darstellen kann, und versucht deshalb, den Schmerz in Zukunft zu vermeiden. Dazu muss er jedoch eine Theorie über die Schmerzursache haben. Findet er keine Ursache im eigenen Fehlverhalten, wie im Fall der Beschneidung, kann ein schlechtes Gewissen resultieren. Nach dem Motto: "Irgendetwas muss ich falsch gemacht haben, wenn ich auf diese Weise körperlich bestraft werde", bleibt ein Schuldgefühl beim Kind. Aber auch die Eltern entwickeln ein natürliches Schuldgefühl, weil sie die Verletzung ihres Kindes zugelassen haben. Sie müssen ihre angeborenen Schutzimpulsen hemmen. Auch bei ihnen erzeugt dieses widernatürliche Handeln ihrem Kind gegenüber ein Schuldgefühl. Darüber hinaus handelt es sich um eine Unterwerfung. Die Handelnden degradieren sich zu Effektoren eines höheren Wesens, die Eltern unterwerfen sich den Religionsführern und diese unterwerfen sich einem Willen, den sie Gott angedichtet haben. Es wird also ein übernatürlicher Wille mit der Folge konstruiert, dass in den Gläubigen ein schlechtes Gewissen erzeugt wird. … Die Betroffenen verleugnen die objektive Schuld und wehren ihr Schuldgefühl selbstverständlich ab.

Die Identifikation mit dem Aggressor

Sie werden zu Untertanen ihrer Religionsführer, indem sie deren Interpretation der Beschneidung als "heilig" übernehmen. Dafür erhalten sie narzisstische Bestätigung, deren höchste Form die Liebe eines selbsterfundenen Gottes ist, dessen angeblichen Willen sie sich unterwerfen. Im Ergebnis führt die Erzeugung des kollektiven schlechten Gewissens (Depressivität) zur kompensatorischen Stärkung der Gemeinschaft (Identifikation mit dem Aggressor), was im Kampf gegen konkurrierende Gemeinschaften diesen gegenüber zu einem Überlegenheitsgefühl führt und die Bereitschaft erhöht, den Fremden abzuwerten und im Kriegsfall ohne moralische Hemmungen zu töten. Die Erniedrigung der Individuen des eigenen lebenden Systems höherer Ordnung (z.B. Staat) führt auf diese Weise zu einem Überlebensvorteil im Kampf mit konkurrierenden Gemeinschaften.

Rudi Zimmerman
Webphilosoph, Gesellschaftsanalytiker

 

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Nachdruck und Verbreitung, auch in Auszügen, mit welchen Medien auch immer, nur mit Genehmigung des Verlags Philosophie des dritten Jahrtausends, Spinozastr. 15, 12163 Berlin

andere Internetseiten, die sich mit der Philosophie lebender Systeme beschäftigen:

Philosophie lebender Systeme

 Lebende Systeme

Rudi Zimmerman

System Mensch

Philosoph Rudi Zimmerman

System Erde

Die Datentransformation

 

weitere Aufsätze Rudi Zimmermans im Internet

Übersicht über das Anliegen der Philosophie lebender Systeme.

Rede an die Menschen (2008)

Das Gewissen des psychisch Gesunden, die natürliche Schuldreaktion
Das Gewissen ist angeboren und nicht anerzogen

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NEU: Der Anfang der Menschen und seine Vertreibung aus dem Paradies

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Rudi Zimmerman
Gesellschaftsphilosoph

Biologisch besteht die Erdbevölkerung aus Horden schwer bewaffneter Affen. Kann die Evolution des Geistes diese zu einer Menschheit einen?

Mit dieser Frage beschäftigt sich die Philosophie lebender Systeme im letzten Buch:

Zivilisation als Fortsetzung der Evolution.
Die Entwicklung der Erdbevölkerung zum System Menschheit.

ISBN 978-3000247019

 

Hier können Sie in meinen Büchern googeln:

Das System Mensch

Zivilisationstheorie

Hier gehts zu meinen clips bei
youtube:

Die offene Begrenzung als strukturelles Wesensmerkmal eines Lebenden Systems

Die Bedeutung der positiven Rückkopplung für die Einordnung des Individuums in die Gesellschaft

 Die Beziehungen der Menschen beschrieben als Dominator-Effektor-Beziehungen

Beginn der Zivilisation
1. Sesshaftigkeit

Beginn der Zivilisation
2. Religion

 

Hier gehts zu einem Aufsatz über das Geistige, nämlich die Information und ihre Übermittlung. Die Informationstheorie der PhilS

Aufsätze Zimmermans zur hormonellen Verhaltenssteuerung des Menschen:

Der Penisreflex

Die Sexualität

Der Brustneid

aktuell:
Der chinesische Begriff der harmonischen Gesellschaft. Eine Stellungnahme dazu von Rudi Zimmerman